belgien_0001 Sehenswertes auf einer Wanderung in Ostbelgien <Stand 13.05.2015>

Die Wanderung beginnt (und endet) im ostbelgischen Kelmis (La Calamine) am Parkplatz am Casinoweiher.
In der Grenzregion gab es einmal einen blühenden Bergbau. Kelmis und Plombières waren dabei bedeutende Standorte für den Abbau von Galmei.

„Bergmännisch-hüttenmäßig ist Galmei ein Sammelbegriff für schwefelfreie Zinkerze. Im deutsch-belgischen Grenzgebiet war für Galmei der mundartliche Ausdruck Kelmis weit verbreitet, der sich auch in der Bezeichnung des im Gebiet des Altenberges gelegenen Ortes gleichen Namens widerspiegelt. Der französische Ausdruck Calamine wurde als international übliche Bezeichnung für Galmei übernommen. Entsprechend trägt der Ort Kelmis in der französischen Variante den Namen La Calamine“ (Lexikon Mineralienatlas).

Die größten Förderstätten von Galmei in dieser Grenzregion waren Altenberg, die Grube Schmalgraf (Gemeinde Kelmis) und Bleyberg (Gemeinde Plombières). In der Grube Schmalgraf wurde von 1869 bis 1933 Zinkerz abgebaut, in Plombières von Mitte des 14. Jhd. bis 1922.

Überbleibsel aus der Zeit des Zinkerzabbaus sind unter anderem der Casinoweiher und die benachbarten Halden. Der Stauweiher wurde von der Bergwerksgesellschaft „Vieille Montage“ als Wasserspeicher für die Wäsche der Galmeierze angelegt. Die Ablagerungen sind heute noch in Form der angehäuften Halden neben dem Stauweiher zu erkennen. Heute ist der Stauweiher mit seinem Schilfgürtel und dem mit Bäumen bewachsenen Ufer ein „Hingucker“.

Casinoweiher

Kelmis Casinoweiher

 

 

 

 

 

 

Blick auf Kelmis

Blick auf Kelmis

 

 

 

 

 

 

 Auf Feld- und Asphaltwegen, auf Wald- und Wiesenwegen erreicht man die Hammerbrücke (Göhlviadukt).
Die Hammerbrücke ist ein geschichtsträchtiges Brückenbauwerk. Sie wurde zwischen 1841 und 1843 in doppelter Bogenreihe aus acht Millionen Feldbrandziegeln errichtet und am 15. Oktober 1843 eingeweiht. Damit war die Erste grenzüberschreitende europäische Eisenbahnlinie Köln-Aachen-Liège-Antwerpen fertiggestellt. Mit dem Einmarsch deutscher Truppen nach Belgien am 10. Mai 1940 wurde der Viadukt von zurückweichenden belgischen Truppen gesprengt. Hierbei kamen acht belgische Soldaten ums Leben. Allerdings wurde der Viadukt von der Besatzungsmacht wieder zügig befahrbar gemacht. Am 23. Mai 1944 kamen bei einem Luftangriff acht deutsche Soldaten ums Leben. Am 12. September 1944 wurde der Viadukt erneut gesprengt. Diesmal von den zurück weichenden deutschen Soldaten.

Von 1945 bis 1997 war die Hammerbrücke ein Provisorium. Auf den gesprengten Pfeilern wurden Sicherungen und Betonpfeiler betoniert auf die dann stählerne Fachwerkkastenbrücken eingelassen wurden.

Im Zuge des Ausbaus der Hochgeschwindigkeitsstrecke Aachen-Liège wurde die Hammerbrücke in den Jahren 1997 bis 1999 völlig neu gebaut.

Am Fuß der Hammerbrücke befindet sich eine Gedenkstätte für die Helden, die am 10. Mai 1940 „ihr Leben für das Vaterland ließen“.

Hammerbrücke

Hammerbrücke mit Gedenkstätte am Brückenpfeiler

Hammerbrücke

Hammerbrücke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Häufig anzutreffen sind bei der Wanderung, wenn diese durch Wiesen führt, eiserne Drehkreuze oder wie im folgenden Foto grüne Klapptore.

Grünes Klapptor

Grünes Klapptor

Auch häufig anzutreffen:  Kreuze am Wegesrand

Kreuze

Kreuz am Wegesrand

Im Dörfchen Astenet stoßen wir auf Schloss Thor. Der große Torbogen, mit der Wetterfahne, gibt dem Schloss den Namen. Nach dem 2. Weltkrieg eröffnete der damalige Eigentümer dort ein Hotel und eine Pension für Feriengäste mit dem Namen Chateau Thor, in dem sich auch heute ein Hotel und Restaurant befindet.

Chateau Thor

Torbogen des Chateau Thor

Nicht weit entfernt vom Chateau Thor liegt das Katharinenstift von Astenet mit der Klosterkapelle. Das Katharinenstift beheimat ein Alten- und Pflegeheim in idyllischer Landschaft.

Marienkapelle Astenet

Marienkapelle von Astenet